Intercultural Tour Guide Qualification

Wenn wir auf Reisen sind, verlassen wir oft vertrautes Terrain und werden mit neuen Eindrücken konfrontiert. Wir besuchen Länder auf allen Kontinenten – doch häufig kennen wir deren Spielregeln kaum. Wie schnell aber können fremde Sitten und Gebräuche missverstanden werden, oder religiöse und politische Gegebenheiten des Gastlandes verunsichern uns. Die Reiseleitung vor Ort spielt als Übersetzer und Vermittler zwischen den Kulturen daher eine wichtige Rolle. Sie kann Türen öffnen und interkulturelle Begegnungen ermöglichen – und damit auch den oft so nötigen Perspektivwechsel, um andere Lebenswelten verstehen zu lernen.

Der Studienkreis für Tourismus und Entwicklung e.V. führt daher seit über zwei Jahrzehnten die „Intercultural Tour Guide Qualification“ durch. Die interkulturellen Seminare richten sich an Reiseveranstalter, Touristikagenturen, staatliche Einrichtungen der Tourismuswirtschaft oder Tour Guide Associations, welche die Kompetenz ihrer ReiseführerInnen stärken wollen. Die positive Resonanz der Teilnehmenden bestätigt das erfolgreiche Konzept des Studienkreises, dessen Trainerteam bereits über 140 Seminare in mehr als 20 verschiedenen Ländern durchgeführt hat, an denen über 2.000 ReiseleiterInnen teilgenommen haben. In den vergangenen Jahren ist die Nachfrage noch einmal gestiegen, zusätzliche Module werden entwickelt.

Die Seminare vermitteln die nötigen fachlichen, methodischen und sozialen Kompetenzen, damit interkulturelles Lernen gelingen kann – für alle Beteiligten. Denn auch die ReiseführerInnen lernen die kulturellen Hintergründe, persönlichen Erwartungen und Verhaltensweisen von Touristen besser zu verstehen. Ihnen mit Fingerspitzengefühl die Alltagskultur eines fremden Landes zu vermitteln, ist eine wichtige Aufgabe – das bestätigt auch die Studie „Tourismus in Entwicklungs- und Schwellenländern“ des Studienkreises: Deutsche Urlauber mit Reiseerfahrung in Entwicklungsländern haben hohe Erwartungen an ihre Reiseleitung – 84 Prozent der Befragten wünschen sich objektive und glaubwürdige Informationen über Land und Leute, 72 Prozent eine einfühlsame Vermittlung der Realitäten des Gastlandes. Das Fazit der Studie: Was Touristen im Urlaub wahrnehmen, erleben und lernen, hängt maßgeblich von der Qualität der Reiseleitung ab.